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Extrasens-Artikel

Mut in schwierigen Fällen
Das Beispiel des behinderten R., 10 Jahre alt
Von Sabine Franke, Heilpraktikerin und Biosens

Vor nunmehr drei Jahren lernte ich die Mutter von R. im Kindergarten kennen. Der Bruder von R. und unser Sohn gingen gemeinsam in die gleiche Gruppe, der Funke schlug über, und sie haben sich angefreundet. So kam ein näherer Kontakt zur Familie von R. zustande. Wenn der Bruder von R. bei unserem Sohn zum Spielen war, so kam seine Mutter öfters mit R. im Rollstuhl, um ihn abzuholen. Da sich herausstellte, dass R. Zwei Tage vor unserem ältesten Sohn geboren war, hatte ich einen guten Vergleich. Die Familie tat mir sehr leid. Doch wie sollte ich helfen. Damals arbeitete ich als Heilpraktikerin vorwiegend mit klassischer Homöopathie und hin und wieder mit geistigem Heilen aus England. Ein Kollege hatte damals mit klassischer Homöopathie einem Jungen, der eine Behinderung über eine Impfung erlangte, das Leben gerettet und einige Verbesserungen erzielt, so dass ich im Sommer 2001 dann doch den Mut hatte, als wir bei einem Gespräch auf meine Arbeit kamen, der Mutter meine Hilfe anzubieten.

Beim Anamnese-Gespräch erfuhr ich dann, dass R. am Lesch-Nyhan-Syndrom leidet. Dies ist ein angeborener genetischer Defekt, wodurch die Nieren nicht alle Giftstoffe ausscheiden. Die Giftstoffe bleiben im Blut und gelangen schließlich ins Gehirn, wo sie mehr und mehr Schäden hervorrufen können. Auch die Nieren leiden, es bilden sich Nierensteine. Weiterhin ist die Krankheit mit Aggressionen des Kindes gegen sich selbst und andere verbunden, was das Zusammenleben schwierig macht. Wird die Krankheit erkannt, so erhält das Kind stark ausleitende Medikamente, damit keine weiteren Schädigungen in Gehirn und Nieren stattfinden. Außerdem können in manchen Fällen Medikamente eingesetzt werden, die die Kinder ruhiger machen. Für R. kommen diese Medikamente jedoch nicht in Frage. Gegen die Krankheit selber kann aus schulmedizinischer Sicht nichts getan werden. Im Verlauf der Zeit müssen meist immer mehr hoch dosierte ausleitende Medikamente eingesetzt werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Aufgrund der Nebenwirkungen der Medikamente stellen sich dann meist Schäden an den inneren Organen ein. Außerdem nehmen die Aggressionen immer mehr zu, vor allem auch die Tendenz sich selbst zu zerstören (Autoaggression). Die Kinder sterben in der Regel früh.

Dadurch dass die Mutter von R. in einem medizinischen Beruf tätig ist, hatte R. Glück im Unglück. Die Mutter erkannte recht früh, dass mit R. etwas nicht in Ordnung war und ging von Spezialist zu Spezialist, bis sie eine befriedigende Antwort hatte und so wurde die Krankheit bei R. relativ früh diagnostiziert. R.’s Eltern suchten dann auch Professoren auf, die sich mit der Krankheit auskannten, aber immer mit der Aussage, dass außer Symptome lindern für R. nichts getan werden könnte. So versuchten die Eltern von R. sich in ihr Schicksal zu fügen mit der ständigen Angst, dass R. bald sterben könnte. Jedoch war da auch immer noch ein Funke Hoffnung, dass es vielleicht über Gentherapie oder irgendetwas anderes Neues doch noch ein wenig Hilfe gab. So fiel mein Angebot auf fruchtbaren Boden, wenngleich die Mutter von R. sicher völlig ohne irgendwelche Erwartungen an die Sache heranging, und am Anfang glaubte sie sicher nicht, dass ich etwas für R. tun könnte. Es fiel ihr außerdem sehr schwer, überhaupt über die Sache zu reden. Sie versuchte alles zu verdrängen, um nicht ständig unter ihrer Angst um R. zu leiden. Ich konnte natürlich auch nicht versprechen, dass ich etwas Positives bewirken kann. Ich konnte es nur versuchen.

Am Anfang stellte sich R.’s Zustand wie folgt dar:

R. litt unter starken spastischen Anfällen, gegen die er sich nicht wehren konnte. Die Spastik brach über ihn herein und kostete ihn so viel Kraft, dass er trotz gutem Essen und Kraftdrinks eher abnahm als zunahm. R. konnte weder alleine essen noch alleine trinken oder sich alleine anziehen. Nahm er z.B. einen Becher in die Hand, so kam die Spastik über ihn und Arme und Finger streckten sich. Der Becher flog nebst Inhalt in hohem Bogen gegen die Wand. Dies geschah so schnell und unkontrolliert, dass die Eltern keine Chance hatten einzugreifen. Führten die Eltern mit ihm zusammen den Becher zum Mund, kam auch oft Spastik und die Eltern hatten R.’s Hand mit einer Wucht im Gesicht und es gab viele Verletzungen. Bei jedem näheren Kontakt zu R. mussten die Eltern sehr vorsichtig sein wegen der unkontrollierten Spastik und der damit verbundenen Verletzungsgefahr für alle Beteiligten, ob dies nun beim Anschnallen im Autositz, beim Helfen auf der Toilette, beim Anziehen oder beim Essen war.

Bedingt durch seine Spastik und Schwäche in seinen Beinen saß R. im Rollstuhl. Er hatte wenig Initiative an seinem Zustand irgendetwas zu ändern als ich ihn kennen lernte. Seine Eltern legten ihn hin und wieder auf eine Matte auf den Boden und gaben ihm einen Ball, doch R. mühte sich selten viel mit dem Ball zu spielen oder sich zu drehen, da er auch Angst vor Verletzung hatte, denn es war schon öfter beim Drehen die Spastik eingeschossen und R. war dann gegen die Heizung oder den Tisch geknallt und hatte sich verletzt und gegen diese Spastik konnte er sich nicht wehren, sie kam einfach so. Zudem war die Aussprache von R. schlecht zu verstehen.

Im Juni 2001 begann ich in diesem Zustand mit meiner Therapie. Was sich an dem beschriebenen Zustand hierdurch änderte, ist im Folgenden nachzulesen.

Zunächst therapierte ich homöopathisch mit verschiedenen Mitteln. R. hatte dadurch öfter ruhigere Phasen in denen er zugänglicher war. Er wurde auch zugänglicher für Krankengymnastik, Zahnarztbesuche u.ä. Die unkontrollierte Spastik und alles andere blieb so. Ich therapierte R. ca. 1 Jahr mit Klassischer Homöopathie doch mehr war über diese Methode nicht zu erreichen. Bevor ich mich im Sommer 2002 entschied aufzuhören mit der homöopathischen Therapie von R., da sich keine weitere Besserung einstellte, erzählte ich der Mutter vom Geistigen Heilen nach englischer Methode. Sie war allerdings nicht recht offen dafür und ich wusste auch nicht, wie es gehen könnte, was wäre, wenn die Spastik plötzlich einschießt und ich einen Schlag ins Gesicht bekäme, ... Ich traute mich auch nicht irgendwelche Hoffnungen zu wecken, da bei der Homöopathie schon recht wenig rumkam.

Im September 2002 begann ich dann die Ausbildung bei Viktor Philippi. Ich merkte an mir selbst und sah an anderen, wie kraftvoll diese Methode war und integrierte sie sofort in meinen Praxisalltag. Schon vor der Ausbildung bei Viktor Philippi arbeitete ich mehr und mehr auch mit geistigem Heilen aus England in meiner Praxis, merkte ich doch, dass ich mit dieser Methode oft weiter kam als mit der Klassischen Homöopathie. Patienten, die ich nach englischer Methode im Sitzen behandelt hatte, behandelte ich so weiter, jetzt allerdings mit mehr geöffneten Kanälen. Die Patienten wussten nicht, dass ich bei Viktor Philippi eine Ausbildung machte, doch nach jedem Wochenende bei Viktor Philippi fragten Patienten, was denn heute los sei. Es würde viel heißer als sonst, da wäre viel mehr Energie. So bekam ich die Veränderungen, die ich beobachtete, auch von außen bestätigt.

Im Oktober fragte ich schließlich Viktor Philippi, ob ich auch etwas bei R. bewegen könnte mit der Bioenergetischen Meditation. Viktor Philippi ermutigte mich und so nahm ich einen neuen Anlauf und erzählte der Mutter von R. von der Bioenergetischen Meditation. Seit Ende Oktober 2002 behandele ich nun R. mit Bioenergetischer Meditation einmal wöchentlich, bis auf die Ferien. Seit Februar 2003 behandele ich auch seine Mutter einmal wöchentlich. Die befürchteten Krampfanfälle bei der Bioenergetischen Meditation blieben weitgehend aus, und wenn sie doch mal kamen, so waren sie für mich und ihn kontrollierbar. Am Anfang machte ich keine bioenergetische Rückenmassage bei R., denn ich merkte schon deutlich, dass auch dann Krampfanfälle kamen, wenn ich nicht ganz sanft und zart meine Hände auflegte. Heute mache ich die Massage völlig ohne irgendeinen Krampf und R. kann oft nicht genug davon bekommen.

Neben dieser Veränderung gab es ganz langsam, fast unmerklich, einige weitere sehr positive Veränderungen bei R. und seiner Mutter:

Die Mutter von R. hat kaum mehr Angst um ihn und ist selbstbewusster im Umgang mit R.. Dazu kam ein Besuch in der Uniklinik, bei dem die behandelnde Assistenzärztin sagte: „Der Herr Professor wunderte sich unlängst, dass sie noch kommen.“ – „Wieso wundert er sich?“ fragten die Eltern von R. zurück. - Die Ärztin sagte: „Der Professor sagte, dass er dachte, dass R. schon tot sei.“

Diese letzte Äußerung des Professors zeigt sehr eindrucksvoll, was das Schicksal der meisten Kinder mit ähnlicher Diagnose ist und lässt vielleicht ermessen, dass es schon ganz viel ist, wenn man es mit einer Methode „nur“ schafft, ein schwer behindertes Kind in seinem Zustand zu halten, wenn sich nicht permanent neue Verschlechterungen ergeben. R. erzählt in regelmäßigen Abständen, dass wieder ein Kind in seiner Behindertenschule gestorben ist bzw. dass es manchen Kindern immer schlechter geht, wodurch sie immer seltener zur Schule kommen können und irgendwann schließlich ganz zu Hause bleiben müssen.

Die Medikamentendosis von R. konnte entgegen allen Erwartungen stabil bleiben und musste nicht im Laufe der Zeit erhöht werden.

Und was das Allergrößte ist: die Spastik wird für R. immer kontrollierbarer. Sie ist nur noch bei extrem ruckartigen Bewegungen unter Stress vorhanden oder wenn R. sie selber bewusst einsetzt. Insgesamt ist R. ruhiger geworden, nicht mehr so aggressiv und setzt seine Spastik seltener bewusst ein, als er das früher tat. Auch seine Mutter kann bei einem aggressivem Anfall ruhiger bleiben. Vor ca. einem Jahr kam die Mutter von R. und erzählte mir, dass R. beim Decken des Abendbrottisches geholfen hat, welch ein Unterschied zum Anfang als R. einen Becher in die Hand nahm und dieser unmittelbar im hohen Bogen durch die Luft flog, weil die damals völlig unkontrollierbare Spastik einschoss. Natürlich werden nach wie vor bruchsichere Dinge auf den Tisch gestellt, weil R. wie oben erwähnt, seine Spastik manchmal bewusst einsetzt. In den vergangenen Sommerferien wollte R. wieder mit seinem Spezialbesteck selber essen und nicht immer gefüttert werden. Seine Mutter wollte es erst gar nicht aus dem Keller holen, da sie dies schon öfter tat und R. dann jedes Mal sagte, dass er nun doch nicht alleine essen will. Im Keller landete es vor einigen Jahren, weil R. keine Anstrengungen mehr unternahm, etwas selber zu tun, weil alle diesbezüglichen Versuche sowieso fehlschlugen oder gar noch zu Verletzungen führten durch die unkontrollierbare Spastik. In den Sommerferien aß R. schließlich alleine mit seinem Besteck. Die Mutter hielt nur etwas den Unterarm, weil die Kraft noch etwas fehlte, ansonsten aß er tatsächlich sein ganzes Essen alleine. Im Moment ist R. mal mehr und mal weniger motiviert, etwas selber zu machen, da es ihn schon noch große Anstrengung kostet und sein Unabhängigkeitsdrang noch nicht besonders groß ist. R. ist jetzt zehn Jahre. Ich denke, wenn er in die Pubertät kommt, will er bestimmt wie jedes Kind unabhängiger von seinen Eltern werden und ist dann sicher auch motivierter Anstrengungen auf sich zu nehmen und zu trainieren.

R.’s Motivation für das Arbeiten am Computer ist heute schon groß. Vor ca. eineinhalb Jahren bekam er eine Spezialtastatur. Erst dachten seine Eltern, er schafft es trotz dieser Spezialtastatur nicht wegen der Spastik und der damit zusammenhängenden Treffungenauigkeit der Tasten. Inzwischen hat R. in seiner Behindertenschule schneller einen Lückentext abgeschrieben und die Lücken eingesetzt, als die anderen behinderten Kinder diesen Text bearbeiten, wobei diese Kinder nur auf dem vorgedruckten Blatt die Lücken füllen.

Dass die Spastik nicht bei jeder Bewegung einen Strich durch die Rechnung macht, muss sich sicher auch noch im Innern der Eltern und bei R. festigen, damit dann auch das Zutrauen der Eltern und das Selbstvertrauen von R. weiter wachsen kann. Was im Laufe der Zeit noch erreichbar ist, ist in Gottes Hand. Ich arbeite in jedem Fall gerne weiter mit ihm. Auch wenn er manchmal kommt und sagt, dass er heute keine Lust hat, so ist es doch am Ende oft so, dass er von mir von der Liege in seinen Rollstuhl getragen werden will. Bevor ich ihn dann absetze gibt es dann noch einen Kuss auf die Backe für mich. Was könnte besser seinen Dank ausdrücken? – Für die Unterstützung auf dem Weg sind auch die Eltern von R. sehr dankbar und finden es schade, dass nicht mehr Eltern in ähnlicher Situation von dieser Methode wissen.

Ich wünsche R. und seiner Familie weiterhin viel Kraft und Mut diesen Weg weiterzugehen und danke ihnen, dass ich diesen Fall so veröffentlichen darf.

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